JBO Jugendblasorchester Bernsdorf e.V. ONLINE
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JBO
Unsere Heimat: Bernsdorf, Die Chronik des Orchesters Konzerte,  Probentermine, Nachwuchsorchester Resonanz  des Publikums 40 Jahre JBO - Ein Verein und seine Musik Bilder von Reisen und Auftritten


Amtsblatt September

Verschiedene Konzerte nach der Sommerpause

Tausende Sportler sowie große und kleine Künstler setzten in den vergangenen Wochen ihr Können dafür ein, um den Hochwassergeschädigten zu helfen. Und auch das Benefizkonzert unseres Vereins konnte mit dazu beitragen, ein wenig von der großen Not zu lindern: Das Jugendblasorchester, die "Bernsdorfer Spätlese" sowie die "Bernsdorfer Piccolos" spielten am Sonntag, dem 1. September in der Sachsenlandhalle Glauchau für eine zerstörte Grimmaer Kindertagesstätte, die in Trägerschaft der Volksolidarität steht. 2400 EUR konnten am Ende des Konzerts an die Leiterin der Einrichtung übergeben werden. Eine enorme Summe - und doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein... Das wurde allen Anwesenden klar angesichts der erschütternden Bilder, Berichte und Videodokumentationen von der völlig zerstörten Kindertagesstätte. Die Leiterin dankte gerührt allen Akteuren, Organisatoren und Spendern; und dabei galt ihr Dank nicht nur der finanziellen, sondern auch der moralischen Unterstützung, die an diesem Nachmittag spürbar wurde. Das Gefühl, in ihrem Elend nicht allein gelassen zu werden, tat den angereisten Grimmaern sichtlich gut...
Die Hilfsbereitschaft mit den Flutopfern wurde auch eine Woche später durch unsere Gäste aus Nauheim zum Ausdruck gebracht. In ihrer hessischen Heimatstadt organisierten sie eine Spendenaktion und übergaben den gesammelten Betrag an betroffene Städte und Gemeinden. Dass sie gerade erzgebirgischen Orten helfen wollen, hat eine besondere Bewandtnis: Die Hessen gehören zum 1965 gegründeten "Erzgebirgischen Heimatverein Nauheim". Am Samstag, dem 7. September kamen die Nauheimer in das Bernsdorfer Naherholungsgebiet, um gemeinsam mit unserem Jugendblasorchester ein Konzert zu gestalten. Das Ungewöhnliche dabei war: Es handelt sich diesmal nicht um Musikanten, sondern um Sänger! Doch erzgebirgische Weisen wirken ja bekanntlich immer beeindruckend - und ganz besonders dann, wenn sie gespielt u n d gesungen werden. Am Abend gab es eine zünftige Vereinsfete mit unseren Gästen - und die Abmachung, dass die Nauheimer beim diesjährigen Weihnachtskonzert in Bernsdorf wieder mit von der Partie sein werden.

JBO-Bernsdorf

Ein Dankeschön allen Gratulanten und Gästen

Die Feierlichkeiten anlässlich des 40. Jubiläums unseres Vereins sind Vergangenheit, werden aber für vielen noch lebhaft in Erinnerung sein: Sowohl das Festkonzert in der Glauchauer Sachsenlandhalle als auch das große Gemeinschaftskonzert bei uns in der Bernsdorfer Naherholung waren eindrucksvolle Beweise für die Leistungsfähigkeit und Musizierfreude unseres Vereins. Dass zu beiden Veranstaltungen so viele Zuschauer gekommen waren, freute uns ganz besonders und ist uns ein Ansporn, auch weiterhin in guter Qualität und mit bunt gemischten Programmen zu musizieren!
Gerade das gemeinschaftliche Konzert aller Formationen des Vereins, optisch unterstützt von über 40 Majoretten aus Cheb, war eine echte Jubiläumsveranstaltung. Denn hierbei gab es genügend Möglichkeiten, Rückschau zu halten: musikalisch und gedanklich viele Zuschauer und langjährige Musiker waren besonders von Harald Hungers "Gastauftritt" beeindruckt. Nach vielen Jahren stand der Mitbegründer des Orchesters wieder als Dirigent vor "seinen" Musikanten - ein Moment, der nicht nur für Harald Hunger ein sehr bewegender war...
Zu den Jubiläumskonzerten gab es auch die Möglichkeit, Dank zu sagen. Und zwar all denen, die das Orchester unterstützten und die mit ihm zusammenarbeiteten. Hier an dieser Stelle soll aber auch einmal ein Dank in die eigenen Reihen gehen: an die beiden künstlerischen Leiter Wolfgang Uhlig und Reinhard Günther, die sich um die musikalische Qualität des Stammorchesters, des Nachwuchses bzw. der "Spätlese" bemühen. Ein besonderes Dankeschön gilt aber auch den Vorstandsmitgliedern, welche sich um die vielen organisatorischen Belange des Vereins kümmern. Und wir wollen hier auch gleich die Gelegenheit wahrnehmen, uns bei unseren Gästen sowie bei allen Gratulanten für ihre Grüße und Glückwünsche zum Jubiläum zu bedanken. Unser größter Wunsch: Haben Sie auch weiterhin so viel Freude an unserer Musik wie wir am Musizieren!

Sabine Kühnert

Wochen Spiegel, 15.Mai 20002


40 Jahre und kein bisschen leise

Glauchau/Bernsdorf(hö) "40 Jahre Jugendblasorchester Bernsdorf". 40 Jahre - ein halbes Leben! Und nun schauen Sie, liebes Publikum, wie jung wir geblieben sind". Mit diesen Worten begrüßte Jürgen Günther, Vorsitzender des Jugendblasorchesters Bernsdorf, am Sonntagnachmittag die Gäste in der Sachsenlandhalle Glauchau zum Jubiläumskonzert des bekannten Klangkörpers. Der Saal reichte kaum aus, all denen Platz zu bieten, die dieses besondere Konzert nicht verpassen wollten, darunter zahlreiche Stadtoberhäupter und Mitglieder befreundeter Jugendblasorchester.
Harald Hunger und Herbert Günther gründeten 1962 das Orchester, dem zu Beginn zirka 15 Instrumente zur Verfügung standen. Schon nach einem halben Jahr trat das Jugendblasorchester zum ersten Mal auf, 1966 errang es eine erste Goldmedaille bei den Arbeiterfestspielen.
Bis heute ist die Liebe zur Musik ungebrochen, wie die jetzt 180 aktiven Mitglieder zeigen. Jeweils sonntags ist Probe und das Stammorchester, zu dem 60 Musiker gehören, absolviert fast jedes zweite Wochenende einen Auftritt. In vielen Ländern Europas haben die Bernsdorfer bereits gespielt und im Herbst wird sie ein Gastspiel nach Südafrika führen. Natürlich ist man auch bei der aller zwei Jahre stattfindenden Saxoniade, dem internationalen Leistungsvergleich der Jugendblasorchester, dabei.
Das Stammorchester ist auch das Ziel der Jüngsten, die bei den "Piccolos" spielen. Und dass auch die älteren Musiker ihre Leidenschaft nicht los lässt, zeigt die vor zwei Jahren gegründete "Spätlese", in der Ehemalige musizieren.
Alle drei Formationen zusammen werden erstmals am Samstag, 18. Mal, im Naherholungsgebiet Bernsdorf spielen. 14.30 Uhr beginnt hier das große Gemeinschaftskonzert.

Freie Presse, 10.Mai 2002


Musik liegt in der Bernsdorfer Luft

Jugendblasorchester bestimmt seit 40 Jahren kulturelles Leben des Ortes


VON GRIT STRIETZEL

Jeden Sonntag morgen erklingen in der Turnhalle in Bernsdorf unerwartete Töne. Eine Trompete durchschneidet die ländliche Idylle des kleinen Ortes zwischen Lichtenstein und Hohenstein-Ernstthal. Danach dröhnt das Waldhorn. Zart schließt sich die Klarinette an. Es dauert eine Weile, bis sich 60 Instrumente klangvoll vereinen. Probe beim Jugendblasorchester Bernsdorf. Das Vereinshaus, in welchem die Musiker üben, liegt gleich neben dem Fußballplatz. Die Turnhalle bietet genügend Raum. "Ohne Proben geht es nicht", sagt Jürgen Günther, Vorsitzender des Vereins. Er weiß, wovon er spricht. Sein Vater Herbert Günther und der Musiklehrer Harald Hunger gründeten vor 40 Jahren den Klangkörper. Onkel Reinhard Günther übernahm dir Leitung des Orchesters und war über 30 Jahre lang der künstlerische Kopf.
Angefangen hat alles mit ein paar Instrumenten aus dem Bestand der Freiwilligen Feuerwehr Bernsdorf. Sie waren der nach ersten Jahrzehnte beeinflussen sollte Musik bestimmt seit 1962 nicht nur das kulturelle Leben des Ortes, die Musik hat die kleine Gemeinde auch bekannt gemacht. Denn das Jugendblasorchester Bernsdorf war und ist nicht nur ein Zeitvertreib. Von Anfang an ging es um Qualität. Und die muss man sich erarbeiten.
"Zu Beginn hatte niemand Ahnung von einem Instrument", erinnert sich Jürgen Günther. Doch Üben macht bekanntlich den Meister. Nach einem halben Jahr trat das Jugendblasorchester zum ersten Mal öffentlich auf. 1966 wurde die erste von acht Goldmedaillen bei den Arbeiterfestspielen errungen. Damit gehörte das Ensemble zu den Besten der Republik.
40 Jahre Musik in wechselvollen Zeiten - doch das Interesse an den Rhythmen und Tönen ist in Bernsdorf noch immer ungebrochen. Zu DDR-Zeiten von der Wismut gefördert, galt das Orchester als Vorzeige-Objekt. Heute gehören 190 Mitglieder zum Verein "Jugendblasorchester Bernsdorf". Damit gibt es mehr Aktive als zu DDR-Zeiten. Ein Phänomen? "Das Interesse an Musik ist eigentlich groß. Man muss es nur wecken und auch fördern", glaubt Günther.
Auch wenn Nachwuchssorgen das Bernsdorfer Orchester nicht direkt plagen, für Jürgen Günther heißt es immer: Am Ball bleiben. Gezielt wirbt der Klangkörper jedes Jahr in den Grundschulen der Umgebung. "Bevor der Sportverein kommt", fügt Günther lachend hinzu. Nicht das er etwas gegen Sport habe. Aber jedes Orchestermitglied weiß, auf zwei Hochzeiten kann man nicht tanzen. Entweder geht man regelmäßig zum Training oder zur Probe. Für beides reicht die Zeit meist nicht.
Doch es ist nicht nur die Freude an der Musik, die das Bernsdorfer Ensemble auszeichnet. Es ist wohl auch das familiäre Miteinander der Generationen, denn in Bernsdorf gehören die Kinder und die "Oldies" zum Orchester dazu. "Piccolos" nennt sich der 30-köpfige Nachwuchs. Erst mit 13 oder 14 Jahren können die Mädchen und Jungen in das Stammorchester wechseln. Mit dem Einstieg ins Berufsleben müssen viele ihre aktive Zeit beenden. "Es wird dann immer schwieriger, Proben, Auftritte und Beruf unter einen Hut zu bringen", weiß Günther.
Doch auch die "Oldies" lässt die Musik nicht wieder los. Deshalb gründeten ein paar ehemalige Orchestermitglieder ihre eigene Truppe - die "Spätlese". Christine Patzig ist eine der 40 "Ehemaligen". Seit ihrer Kindheit gehört sie zum Bernsdorfer Klangkörper. Der beruflich bedingte Ausstieg aus dem Orchester passte ihr und anderen Musikern absolut nicht.
Das JBO-Bernsdorf

Orchester wird zu einem Teil von einem selbst

"Es fehlte etwas", blickt sie zurück. Und so setzten sich die Ehemaligen im Jahr 2000 zusammen und gründeten die "Spätlese". Durchschnittlich zehn Auftritte absolviert die Truppe im Jahr. Doch der Spaß steht im Vordergrund. Und wenn im Stammorchester mal ein Musiker ausfällt, dann helfen die älteren Profis prompt. Einmal Orchester immer Orchester? Christine Patzig lacht. "Es ist eine schöne und ausgleichende Freizeitbeschäftigung bei dem stressigen Alltag, den viele haben. Außer dem hat man nach so vielen Jahren gemeinsamen Musizierens so viele gemeinsame Erlebnisse, dass das Orchester zu einem Teil von einem selbst wird."
Dabei müssen sich die Musiker nicht selten dem Klangkörper unterordnen. Ich habe mit Tenorhorn angefangen doch gebraucht wurden Trompeten.", erinnert sich Christine Patzig. Mit noch einer Freundin "wurden wir die ersten Mädels an einer Trompete".
Auch Andre Strauß musste sein Instrument wechseln. Im Jugendblasorchester wurden Klarinetten benötigt, also hängte er seine Oboe an den Nagel. Traurig ist er darüber aber nicht. "Jeder findet im Orchester seinen Platz und auch das zu ihm passende Instrument." Denn für so manches Blasinstrument reicht die Liebe allein nicht aus. "Die Lippenform ist beispielsweise auch entscheidend."
Bernsdorf- ein Ort, der musiziert. Und manchmal erwischt der Musikvirus manchen, der damit nicht rechnet. So erging es Heidi Vogler. Der Nachbarjunge Holger Brandt übte nachmittags oft lautstark an seinem Schlagzeug. Er gehört zu den "Piccolos" - der Nachwuchsgruppe. Diese Töne haben die heute Elfjährige mit dem besagten Musikvirus infiziert, der die meisten Bernsdorfer wohl niemals wieder los lässt. Seit zwei Jahren gehört sie nun auch zu den "Piccolos". Täglich übt Heidi Vogler eine Viertelstunde am Schlagzeug. Dazu kommen noch die Proben und die Ausbildung in der Musikschule.
Was macht ein Schlagzeug im Blasorchester? Klarinettist Andre Strauß lacht. "Es gibt zeitgenössische, sehr komplizierte Melodien, da braucht man bis zu acht Schlagzeuger." Das Repertoire der Bernsdorfer reicht von konzertanter Blasmusik über klassische Werke und Folklore bis hin zu modernen Rock- und Pop-Titeln.
Holger Brandt, der Nachbarjunge mit dem Schlagzeug, hat in nächster Zeit nur ein Ziel: Er will den Sprung von den "Piccolos" ins Stammorchester schaffen. Wenn der Nachwuchs nach drei bis vier Jahren sein Instrument ansatzweise beherrscht, dann dürfen die "Kleinen" zu den "Großen" wechseln. Zu jenen 60 Musikern, die an jedem zweiten Wochenende im Jahr Auftritte geben und deren musikalische Qualität schon so oft ausgezeichnet wurde.
"Doch vor der Aufnahme ins Stammorchester müssen sie dem musikalischen Leiter Wolfgang Uhlig bestimmte Titel vorspielen", erzählt Vereinschef Günther. Nur wer diese Probe besteht, gehört zum Jugendblasorchester.

Drei Generationen treten zusammen auf

Der 40. Geburtstag des Ensembles ist für die Bernsdorfer auf jeden Fall ein Grund zum Feiern. In vier Jahrzehnten hat so mancher Musiker im Klangkörper sein Handwerk gelernt. Bei einem mehrstündigen Konzert will das Orchester am Sonntag in der Sachsenlandhalle Glauchau zeigen, was es kann. "Der Eintritt ist frei", wirbt Jürgen Günther für den Auftritt um 15 Uhr.
Knapp eine Woche später, am 18. Mai, bieten die Bernsdorfer nachmittags in ihrem Heimatort dann eine Premiere der besonderen Art. Die drei Generationen - "Piccolos", Jugendblasorchester und "Spätlese" werden erstmals gemeinsam musizieren. Weit über 100 Instrumente vereinen sich zum symbolischen Geburtstagsgruß.

Reisen in alle Welt - bald Gastspiel in Südafrika

Doch warum investiert man einen großen Teil seiner Freizeit in das Orchester? Warum tritt man so manches Wochenende auf, ohne dafür lohnenswerte Gagen zu erhalten? Denn die Einnahmen werden in erster Linie für die Fahrt zum Auftrittsort und die Reparaturen an den Instrumenten verwendet.
Für den Nachwuchs Heidi Vogler und Holger Brandt gibt es nur eine Antwort: "Weil es eben Spaß macht, gemeinsam mit den anderen zu musizieren." Der Spaß ist auch für Trompeterin Christine Patzig und Klarinettist Andre Strauß entscheidend. Und dieses Gefühl tragen die Bernsdorfer in die weite Welt. Nach Auftritten in Schweden, Holland, Dänemark, Ungarn, Bulgarien, Griechenland und Frankreich geht es im Oktober richtig in die Ferne. "Unsere Gastspielreise führt uns nach Südafrika", erzählt Vereinschef Jürgen Günther. Und so wird das Jugendblasorchester Bernsdorf auch tausende Kilometer entfernt den einzigartigen Ruf des Ortes bekannt machen. Denn in Bernsdorf liegt Musik in der Luft.


Freie Presse

JBO gibt Konzert

Musik und Feten zum 40-jährigen Orchesterjubiläum


VON VIOLA HEIDRICH

Bernsdorf/Glauchau. "40 Jahre Jugendblasorchester Bernsdorf" - aus diesem Anlass findet morgen in der Sachsenlandhalle Glauchau ein Festkonzert statt, bei dem auch die Majorettengruppe wieder mit von der Partie ist. Gespielt wird ein breites Spektrum aus dem Repertoire des Orchesters, Beginn ist um 15 Uhr.
Am Pfingstsonnabend steht dann in Bernsdorf ein großes Gemeinschaftskonzert im Naherholungsgebiet an, an dem alle Formationen des Orchesters und befreundete Musikanten sowie zwei Majorettengruppen aus Cheb teilnehmen.
Neben dem Musizieren wird natürlich auch gefeiert. Am 17. Mai zunächst mit allen aktiven Orchestermitgliedern, Eltern, Lehrern und Sponsoren, und am Tag darauf mit ehemaligen Mitgliedern des JBO.
"Zwar haben wir alle Ehemaligen versucht anzuschreiben, aber vielleicht haben wir ein paar doch nicht erreicht", befürchtet Sabine Kühnert vom JBO. Wer also jemals im JBO spielte, sollte den Abend des 18. Mai freihalten, denn dann lädt die "Bernsdorfer Spätlese" zum Wiedersehen ein. Gelegenheit auch, in das etwa einstündige Video hineinzusehen, das Erlebnisse aus den Jahren 1972 bis 74 wieder lebendig werden lässt.

Stücke vor allem junger Komponisten fehlen

Neue Werke für Jugendblasorchester vorgestellt - Saxoniade schreibt Wettbewerb bundesweit aus - Blasmusikfach an Hochschulen vernachlässigt


Lichtenstein. Zur Teilnahme an der 5. Komponistenwerkstatt der Kulturräume Leipzig und Zwickau waren Komponisten und Studenten bundesweit aufgerufen. Organisiert wurde die Veranstaltung im Rahmen des Verbandstages des Sächsischen Blasmusikverbandes vom Hohenstein-Ernstthaler Verein Saxoniade. Dessen Präsident, Gerhard Puhlfürst, drückte zur Eröffnung vor den rund 200 jungen Musikern die Hoffnung aus, dass möglichst viele neue Blasmusikkompositionen aus der Komponistenwerkstatt hervorgehen. Die Auswahl der Kompositionen war auf Werke beschränkt worden, die von Jugendlichen und Amateuren in Unter- und Mittelstufenorchestern gespielt werden können.
Dem Urteil der Fachjury stellten sich acht ältere und zwei jüngere Komponisten mit insgesamt zwölf Stücke. Interpretiert wurden die Werke erstmals von vier Jugendblasorchestern im Großen Saal des Christlichen Glaubenszentrums Lichtenstein.
Die "Klangreize" von Siegmund Goldhammer(70), die "10 Variationen zu O du lieber Augustin" von Herbert Ferstl, die "Elefantenparade" von Wolfgang Schumann(75) und die "African Inspirations" von Markus Götz(29) spielte das Jugendblasorchester Bernsdorf. Vom Jugendblasorchester Görlitz wurden die "Musica rhythmica" von Wolfgang Schumann, eine Tanzsuite von Friedrich Milde(83) sowie das "Sempre ostinato" von Herbert Ferstl zum Klingen gebracht. Die Stücke "Claustrum" von Hans Hütten, "God Own Garden" von Fred Armbruester und "Something Like Your Smile" von Jörg Steffen(38) intonierte das Stadtorchester Bad Lausik. Die "Bilder aus dem Märchenbuch" von Horst Häupl(70) und den ersten Satz der "Jahreszeiten" von Hans Dörner(62) interpretierte das Jugendblasorchester Zwickau.
Einen Grund für den hohen Anteil des älteren Komponisten, eine Altersbegrenzung ist allerdings ins Auge gefasst, sieht Rolf Jähnichen Präsident des Sächsischen Blasmusikverbandes, darin, dass man eng mit sächsischen Blasorchestern zusammenarbeite. Puhlfürst verwies darauf, dass man zwar alle Hochschulen angeschrieben habe, deren Ausbildungsschwerpunkte aber eben nicht auf der Blasmusik läge. Vor diesem Hintergrund verwiese Jähnichen auch darauf, die schwierig es sei, Sponsoren für die Instrumentenausstattung der fünf Jugendblasorchester im Kulturraum Zwickau zu gewinnen. Am Ende wurde mit der Vergabe des mit 1500 Euro dotierten Sonderpreises an den 29-järigen Markus Götz ein Zeichen gesetzt.

von Jörg Höbald


Das Bernsdorfer Jugendblasorchester unter Leitung von Wolfgang Uhlig stellte vier der neuen Kompositionen vor. Die neuen Stücke wurden ab Februar bereits einstudiert. FOTO: Andreas Kretschel

Intensive Vorbereitung des 40.Orchestergeburtstages

Unser Jugendblasorchester wird 40 Jahre alt! Und das wird gebührend gefeiert. Schon seit langen bereitet der Verein Verschiedenes vor: Da wären einmal die intensiven Proben für die beiden Jubiläumskonzerte im Mai. Das erste findet am Sonntag, dem 12.Mai 15 Uhr in der Sachsenlandhalle Glauchau statt. Zu diesem Festkonzert werden die Musikanten vor allem im zweiten Teil in bewährter Weise von den Majoretten der Musikschule Cheb unterstützt.
Ein großes Gemeinschaftskonzert unter dem Motto "Musikalische Lebensfreu(n)de" wird es dann eine Woche später geben. Am Pfingstsonnabend, dem 18. Mai lädt der Verein alle Freunde des Orchesters in das Naherholungsgebiet Bernsdorf ein. Sämtliche musikalische Formationen des Vereins, befreundete Musikanten sowie zwei Majorettengruppen aus Cheb gehören dann zu den Mitwirkenden. Es wird auf jedem Fall ein buntes und abwechslungsreiches Programm werden, wenn sich unser JBO, die "Bernsdorfer Piccolos", die "Spätlese", die "Bernsdorfer Musikanten", "Young Brass", "Junior Brass" und "Bernsdorf Brass" ein musikalisches Stelldichein geben. Die Veranstalter erhoffen sich vor allem für diesen Tag schöner Wetter - und viel Publikum! Natürlich wird zum 40. Geburtstag nicht nur musiziert, sondern auch gefetet. So gibt es am 17. Mai für alle aktiven Orchestermitglieder, Eltern, Lehrer und Sponsoren ein gemütliches Beisammensein im Gasthof "Goldener Hirsch". Und einen Tag später lädt dann die Bernsdorfer "Spätlese" alle ehemaligen Orchestermitglieder zu einem Wiedersehen ein. Zu diesem Treffen haben die Ehemaligen dann auch die Möglichkeit, mal in das ca. einstündige Video hineinzusehen, welches Erlebnisse aus den Jahren 1972 bin 1974 wieder lebendig werden lassen soll. Neben diesen visuellen Erinnerungsstücken kann man auch noch ein akustischen mit nach Hause nehmen: die neue CD-Produktion unseres Vereins, auf der neben dem Stammorchester auch sämtliche andere Formationen zu hören sein werden. Oder man blättert einfach mal in der neuen Orchesterbroschüre, die pünktlich zum Jubiläum erscheinen wird... So hektisch die Vorbereitungen bis dahin noch sein werden - wir freuen uns auf unser Jubiläum und hoffen, auch Sie, liebe Bernsdorfer, zu unseren Konzerten begrüßen zu können. Sabine Kühnert