Jugendblasorchester Bernsdorf und die Majoretten aus dem tschechischen Cheb begeistern
das Publikum in der Sachsenlandhalle
VON CHRISTA DEMMLER
Glauchau/Berndorf: Das Jugendblasorchester Bernsdorf e.V. gastierte zusammen
mit der Majorettengruppe Cheb vorgestern zum wiederholten Mal in der Sachsenlandhalle.
Der gute Ruf beider Formationen war dem Konzert wohl vorausgeeilt, denn der kleine
Saal des Hauses war, bis auf wenige Plätze, voll besetzt.
Vorweihnachtliche Weisen, so die Ankündigung im Programm, dominierten dann
noch nicht dafür sei es wohl auch noch ein bisschen zu früh, sagte Moderatorin
Sabine Kühnert, die in dieser Eigenschaft seit vielen Jahren das Orchester
begleitet. Dieser Part wurde im zweiten Teil des Programms übernommen, der
damit folkloristischer, heimat und winterlicher wurde.
Mit dem "Bernsdorfer Straßenmarsch" und 16 Majoretten, Musikschülerinnen
aus Cheb in Tschechien, war sofort der Kontakt zum Publikum hergestellt. Beide,
das Orchester und die hübschen Mädchen aus Böhmen, zeigten sich im
rot-weißen Outfit.
Unter der Choreographie von Jaroslava Havlickova, die ihre Mädchen auch nach
Glauchau begleitete, und unter der künstlerischen Leitung des Orchesters von
Wolfgang Uhlig folgte ein regelrechtes Feuerwerk an Ohrwürmern aus der internationalen
Musikszene, das das Publikum der Sachsenlandhaille absolut begeisterte.
Ob nun "Unter dem Sternenbanner", der (fast) 2. Nationalhymne der Vereinigten Staaten,
bei dem Andreas Günther auf der Piccoloflöte einen tollen Solopart bot
oder bei Streifzügen durch Filmmusik und Musical - das Orchester folgte klangrein
und frisch aufspielend stets der Stabführung Uhligs.
Immer wieder als Höhepunkt gestaltete sich der Auftritt der Majoretten, die
seit 1992 dem Orchester optische Unterstützung geben und sich in wechselnden,
stets der jeweiligen Musik angepassten Kostümen, zur Freude der Zuschauer mit
Können und viel Schwung präsentierten. Einer der anspruchsvollsten Titel
des Programms war die "New York Ouvertüre", wo im Mittelteil beim Trompetensolo
zum ersten Mal eine tänzerische Umsetzung durch die Majoretten, diesmal ganz
in schwarz, erfolgte. Stefanie König legte dann beim Florentiner Marsch ein
eben solches Soli vor, und dann war auch schon die "Neue Musikschau 2001" dran,
die zur diesjährigen Saxionade einen Sonderpreis erhielt und auf der Gastspielreise
durch Südfrankreich mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Die "Bernsdorfer
Piccolos", 17 Mädchen und Jungen, wurden nach der Pause ins Stammorchester
aufgenommen und durften beim Streifzug ins Erzgebirge mitspielen. Anton Günthers
"Schneeschuhfahrermarsch", alte Weisen aus Schneeberg, alle, Musiker und Tänzerinnen
in traditioneller Bergmannstracht und eine "Courente" ließen dann doch die
besinnliche Vorweihnachtszeit erahnen.
Ganz in weiß tanzten die Mädels den "Second Waltz" und mit dem Urtyp
der böhmischen Blasmusik, "Rosamunde" endete das offizielle Programm. Natürlich
wurden Zugaben gefordert und mit dem alten "Steigermarsch" auch gewährt und
als endgültige Verabschiedung tanzten die Majoretten nach "Musik, Musik".
Übrigens begeht das Orchester im nächsten Jahr sein 40.Jähriges.
Aus diesem Anlass ist bereits eine CD mit allen Formationen in Arbeit. Im Mai nächsten
Jahres gibt es ein großes Festkonzert in der Sachsenlandhalle.

Es war ein schöner Anblick: Die hübschen tschechischen Mädels und
die in ihren bergmännischen Uniformen auftretenden Musiker des Jugendblasorchesters
Bernsdorf.